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    Waiting for the Barbarians

    Christian Willach (Chrischi)von Christian Willach (Chrischi)8. November 2020Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Johnny Depp und Markt Rylance in "Waiting for the Barbarians" spielen die vermeintlichen Widersacher in diesem Drama. Depp marschiert in seiner dunklen Kleidung, um die er zusätzlich einen Umhang trägt, auf den Betrachter zu. Durch seine Sonnenbrille sind keinerlei Emotionen zu erkennen. Hinter ihm geht Rylance in seiner beigen Kleidung her. Er blickt etwas zerknirscht auf den vor ihm gehenden Depp.
    Johnny Depp und Markt Rylance in "Waiting for the Barbarians" © Constantin Film
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    Etwas über ein Jahr nach seiner Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig feiert Waiting for the Barbarians seine Heimkinopremiere. Basierend auf dem Roman von Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee, der das Drehbuch selber verfasste, entführt Regisseur Ciro Guerra den Zuschauer inmitten eines Wüsten-Grenzgebietes. Dort bekommt es Mark Rylance mit einem erbarmungslosen Johnny Depp zu tun, der den vermeintlichen Angriff der einheimischen „Barbaren“ unterbinden soll. Ob sich die Romanverfilmung lohnt, erfahrt ihr hier.

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    Das deutsche Blu-ray Cover zu "Waiting for the Barbarians" zeigt den drei großen Stars des Films. Zentral ist Mark Rylance zu sehen, der einen dunklen Umhang trägt. Links von ihm sieht man Robert Pattinson, dem ein paar Haare ins Gesicht fallen und rechts Johnny Depp, der mit ernster Miene blickt. Im unteren Bereich, unterhalb des Titels, erkennt man zwei Reiter, die durch die Wüste reiten.
    Das deutsche Blu-ray Cover zu „Waiting for the Barbarians“ © Constantin Film

    Worum geht es in Waiting for the Barbarians?

    In einem unbenannten Territorium verwaltet der Magistrat (Mark Rylance) mit ruhiger, aber bestimmter Art den Außenposten des Wüsten-Grenzgebietes. Die Ruhe findet ein jähes Ende als der für seine erbarmungslosen Methoden berüchtigte Colonel Joll (Johnny Depp) eintrifft, um den angeblichen Angriff der Barbaren zu unterbinden. Hin und her gerissen zwischen der Loyalität gegenüber dem Empire und seinem Gewissen, muss sich der Magistrat entscheiden: Ordnet er sich den Befehlen des Colonels unter oder hört er auf sein Gewissen und steht für Gerechtigkeit ein?




    Das vergebliche Warten

    Waiting for the Barbarians basiert auf dem gleichnamigen Roman von J.M. Coetzee, der selbst das Drehbuch zu seiner Buchvorlage aus dem Jahr 1980 geschrieben hat. Die Geschichte verzichtet auf eine genaue Angabe des Handlungsortes oder der Zeit. Aufgrund der Kulissen mitten in der Wüste könnte derweil von Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegangen werden. Kapitelüberschriften kennzeichnen die Jahreszeiten, die mit der Ankunft des Colonels die Ereignisse ins Rollen bringen. Allerdings darf bei Waiting for the Barbarians kein spannender Aufbau erwartet werden, der in einer epischen Schlacht endet. Die Buchverfilmung besticht vor allem durch eines: Ruhe. Ruhig ist dabei noch gar kein Ausdruck für die Handlung, denn die Geschichte verläuft zuweilen sogar recht zäh. Wer also auf etwaige Kampfhandlungen hofft, wartet vergeblich und wird sicherlich enttäuscht werden, so viel sei verraten.

    Mark Rylance spielt den sanftmütigen Magistrat in "Waiting for the Barbarians". Dieser sitzt in seinem Quartier am Schreibtisch und scheint etwas zu schreiben. Sein Blick geht allerdings in eine andere Richtung. Vermutlich zur Tür des Raums oder jemanden der gegenüber des Schreibtischs steht. Im Hintergrund ist ein großes in die Wand eingelassenes Regal mit vielen Büchern und Schriftrollen zu sehen.
    Mark Rylance spielt den sanftmütigen Magistrat © Constantin Film

    Warten mit dem Magistrat

    Die Handlung beschäftigt sich vor allem mit dem von Mark Rylance (Ready Player One) gespielten namenlosen Magistrat. Fans des Oscarpreisträgers (2016 als Bester Nebendarsteller für Bridge of Spies) kommen bei Waiting for the Barbarians voll auf ihre Kosten, denn der Mime ist in jeder Szene vertreten und versetzt uns so in seine Welt. Den Magistrat stellt er in einer unglaublich sensiblen und empathischen Art dar, was sich besonders in den Szenen mit Gana Bayarsaikhan zeigt, die eine einheimische blinde Frau spielt. Doch auch wenn Rylance eine gewohnt ansprechende Leistung zeigt, schafft es seine Figur nur schwerlich das Interesse aufrechtzuerhalten.

    Der „Kampf“ des Magistrats ist energielos und wenig packend und offenbart sich zunehmend als Störfaktor für den Film. Man wird nie so richtig schlau aus seinem Charakter, der zeitweilig mit seinen naiven Handlungen merkbar das Tempo des Films drosselt. Dadurch entfernt sich die Geschichte weiter von seiner eigentlich unmissverständlichen Message und zieht sich unnötig in die Länge. Insbesondere die scheinbar wichtigen Themen wie Faschismus oder Machtmissbrauch werden dadurch immer wieder aus den Augen verloren.

    Waiting for the Barbarians als Spiegelbild auf die Gesellschaft

    Der kolumbianische Regisseur Ciro Guerra (Birds of Passage – Das grüne Gold der Wayuu) versucht während der Handlung und ausdrücklich in den Dialogen aufzuzeigen, wie der Westen den Rest kolonisiert hat – oder es zumindest wollte. Viele Aussagen sind so offensichtlich wie einleuchtend und verleihen dem Film eine ordentliche Portion Gewichtigkeit mit Blick auf die heutige Zeit. Sie verdeutlichen, dass Regisseur und Autor die Geschichte als eine Art Spiegelbild der Gesellschaft verstehen. Folgendermaßen können viele Momente in Waiting for the Barbarians als nicht sonderlich subtile Metapher für Faschismus oder den Kampf gegen Terror verstanden werden. Immer wieder legt der Regisseur den Blick auf die Tatsache, dass nicht die einheimischen Bewohner die Barbaren sind, sondern die Kolonisten, die mit einigen nicht expliziten Gewaltakten, die Verdächtigen foltern.

    „Ist es nicht das, worum es im Krieg geht? Jemandem eine Entscheidung aufzwingen, die er sonst nicht treffen würde.“

    Johnny Depp als gnadenloser Colonel Joll in "Waiting for the Barbarians". Er trägt die dunkelblaue Militärkleidung dieser Zeit. Durch seine Sonnenbrille sind keinerlei Emotionen zu erkennen. Hinter ihm ist eine Kutsche leicht zu erkennen sowie der Schweif und die Hinterläufer des davor gespannten Pferds. Im Hintergrund sind zudem mehrere Leute zu erkennen.
    Johnny Depp als gnadenloser Colonel Joll © Constantin Film

    Verdeutlichung der Gegensätze durch die heimlichen Stars

    Diese werden besonders durch den abgestumpften Colonel Joll repräsentiert, dem Johnny Depp mit auffällig herausragenden Wangenknochen und der großen runden schwarzen Sonnenbrille, eine emotionslose und gruselige Leere verleiht. Erst im Nachhinein ist der bereits in der Eröffnungsszene entstehende Kontrast, den der schrecklich anmutende Score erzeugt, sinnbildlich für die Handlung zu verstehen. Dort wird die ruhige und karge Landschaft mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund, durch Geigenspiel und starke Trommeln ebenfalls „gestört“. Ein Sinnbild für den ruhigen Magistrat bzw. das Grenzgebiet, welches durch die herannahende Kutsche mit Colonel Joll, gestört wird.

    Bereits hier deuten sich die heimlichen Stars des Films an, die zu einem herausstechenden Merkmal von Waiting for the Barbarians werden. Die Bildkompositionen und der Score spielen sowohl mit- als auch gegeneinander und verdeutlichen die Gegensätze innerhalb des Films. Kameramann Chris Menges beweist ein gutes Auge für einige atemberaubende Aufnahmen und Panoramen, die von Giampiero Ambrosis Score fesselnd untermalt werden. Es sind wahrlich ansprechende Momente, die hier aus dem Hut gezaubert werden, die in ihrer Kombination an There will be Blood erinnern.

    Warten auf die anderen beiden Stars

    Da diese allerdings nur von kurzer Dauer sind, kann sich ein ähnliches Gefühl wie beim oscarprämierten Meisterwerk mit Daniel Day-Lewis nicht ergeben. Speziell durch die bereits erwähnten Mängel bei der Figur von Mark Rylance und da zu viel von ihr allein abhängt. Denn wer große Wortgefechte zwischen Rylance und Depp erwartet, wird enttäuscht sein. Auch wenn Depps Figur ständig über der Handlung schwebt, ist er selbst über einen Großteil der Handlung nicht zu sehen. Auch Robert Pattinson taucht nicht vor der zweiten Hälfte auf und bekommt selbst dann nur wenig Screentime zugestanden. In dieser kurzen Zeit, in der er den assistierenden Offizier Mandel spielt, kann sich sein Schauspiel nur wenig entfalten. Folglich darf eine ähnlich erstklassige Leistung wie unter anderem in Der Leuchtturm oder Die versunkene Stadt Z nicht erwartet werden. Stattdessen wirkt seine Figur für die Handlung bedeutungslos und lässt den Zuschauer ebenfalls eher unbefriedigt zurück.

    Robert Pattinson in einer seiner wenigen Szenen in "Waiting for the Barbarians". Er steht gemeinsam mit anderen Soldaten vor einer Holzkonstruktion. Alle tragen dunkelblaue Militäruniformen. Pattinson blickt, vermutlich durch die blendende Sonne, die in sein Gesicht fällt, etwas zerknirscht. Er hält in seinen Händen ein Pergament, welches er vermutlich vorliest.
    Robert Pattinson in einer seiner wenigen Szenen © Constantin Film

    Unser Fazit zu Waiting for the Barbarians

    Waiting for the Barbarians heißt vor allem eines: Warten. Je nach Erwartung wird die Warterei vergeblich sein, denn es wird jeder enttäuscht, dem es nach imposanten Kampfhandlungen begehrt. Regisseur Ciro Guerra bemüht sich stattdessen um eine nicht besonders subtile, aber effektive Message. Durch die durchgehend enorm ruhige Handlung gelingt ihm das allerdings nur recht schwerfällig. Der Funke möchte nicht überspringen auf den Zuschauer und weder Mark Rylance noch seine beiden großen Co-Stars können etwas daran ändern. Zumal Johnny Depp und vor allem Robert Pattinson hierfür zu wenig Zeit zur Verfügung steht als dass sie den Zuschauer mitreißen können.

    Dafür besticht Waiting for the Barbarians durch einige atemberaubende Aufnahmen, die nicht an einen Lawrence von Arabien herankommen, aber in Kombination mit dem Score zumindest an There will be Blood erinnern. Sofern sich der Zuschauer aber auf die Geschichte und eben jene Ruhe sowie den ebenfalls besonnenen Hauptdarsteller einlassen kann, wird dieser eine Menge an gewichtigen Aussagen mitnehmen können.

    Waiting for the Barbarians ist seit dem 05.11.2020 als DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich.


    Verfügbarkeit von Waiting for the Barbarians auf WerStreamt.es prüfen

    © Constantin Film

    Christian Willach (Chrischi)

    Von seinem Kennenlernen mit dem Mauswanderer in einem Land vor unserer Zeit über seinen ersten Kinobesuch mit der rothaarigen Meerjungfrau, hat sich bis heute eines nie geändert: Die Film- und Fernsehwelt ist ein fester Bestandteil von Chrischi. Das steht nicht immer ganz im Einklang mit seiner hauptberuflichen Beschäftigung im öffentlichen Dienst, doch ein Blick in Chrischis „Cave“ mit inzwischen weit über 3.000 Medienträgern und einigen schicken Sondereditionen offenbart seine eigentliche Berufung. Auf der Suche nach Gleichgesinnten fand er schließlich Ende 2019 zu Filmtoast und ist seitdem fleißig am texten und quatschen im Zeichen des Toasts. So mancher Psychologe würde vermutlich beim Anblick auf Chrischis Filmauswahl mit der Stirn runzeln, doch fühlt sich Chrischi eben in nahezu jedem Genre wohl; außer vielleicht Horror. Seine Favoriten: Warrior, Kingsman, Lucky Number Slevin und Ratatouille sowie Filme von Nolan, Villeneuve, Anderson (Wes!) bzw. mit Robin Williams oder Kevin Costner (beide werten für ihn jeden Film auf). Sein Guilty Pleasure: Howard the Duck.

    • Christian Willach (Chrischi)
      https://www.filmtoast.de/author/christian-willach/
      Something in the Water
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