Wenn ein Genre einfach nicht totzukriegen ist, dann ist es der Zombiefilm. Seit den 1930er-Jahren wandeln die Untoten über die Leinwände – mal mehr, mal weniger gelungen, mal aus Südkorea, den USA oder Taiwan, mal als Comedy oder als überbrutaler Horrortrip. Aber aus der Mongolei? Bislang eher nicht. Doch kann dieser ungewöhnliche Genreausreißer namens Z Zone überzeugen?
Darum gehts in Z Zone
Eine Gruppe Jugendlicher mit Verhaltensauffälligkeiten wird nach einer Reihe von Verfehlungen in eine mysteriöse, abgelegene Militärbasis gebracht – angeblich im Rahmen einer Erziehungsmaßnahme. Doch anstatt nur Disziplin und Strenge zu erfahren, stoßen sie auf dunkle Geheimnisse. Schon bald wird klar, dass hier etwas Bedrohliches vor sich geht – ein Virus scheint Menschen in zombieähnliche Kreaturen zu verwandeln …

Wenn Untote ein System beleben
Zombie-Klassiker wie Die Nacht der lebenden Toten, Die Schreckensinsel der Zombies oder moderne Vertreter wie Train to Busan haben sich über die Jahrzehnte hinweg längst als Meilensteine des Genres etabliert. Wer hätte da noch gedacht, dass ausgerechnet mit dem Zombiefilm, der das Horrorgenre schon lange nicht mehr mit Innovationen bereichert, noch einmal Geschichte geschrieben werden kann? Genau hier setzt Regisseur Bilguun Chuluundorj an. Innerhalb der mongolischen Filmgeschichte, die lange Zeit als nahezu tot galt, steht er für eine Art kreatives Aufblühen. Denn Z Zone ist weit mehr als „nur“ ein Independent-Zombiefilm: Er setzt zugleich ein klares Signal an die mongolischen Filmschaffenden, auch mit limitierten Mitteln eigene Ideen und Visionen umzusetzen und einer jungen Generation Mut zu machen, das heimische Filmbusiness weiter auszubauen.
Typisches Umfeld…
Zwar mag dieser Ansatz durchaus respektabel sein – schließlich läuft einem ein mongolischer Film nicht alle Tage über den Weg –, doch kommt diese Eigenart dem Zombiefilm als solchem kaum zugute. Statt eigene Nuancen zu entwickeln, bedient sich Z Zone weitgehend altbekannter Strukturen und bleibt damit im immergleichen Repertoire generischen Zombie-Einerleis gefangen. Dem Film fehlt es dadurch nicht nur an dem nötigen Drive und den Mitteln, über die Erwartungen an ein Independent-Projekt wie dieses hinauszuwachsen – vielmehr entsteht ein durchgehendes Gefühl der Austauschbarkeit und Genreabgedroschenheit, das spürbare Abnutzungserscheinungen zur Folge hat.
Einige gelungene Masken, angedeutete Härten und solide platzierte Action-Pieces sorgen zwar für punktuell aufkeimende Schauwerte. Auch die Atmosphäre, die Bilguun Chuluundorj phasenweise durchaus bedacht inszeniert, kann sich sehen lassen. Am Ende bleibt Z Zone jedoch trotz seiner ungewöhnlichen Herkunft ein eher handzahmer Zombiefilm nach simpelstem Bauplan – und ist damit für eingefleischte Genrefans ebenso bedingt sehenswert wie letztlich verzichtbar.
…in untypischer Umgebung
Was sich dem klassischem Zombiewahn jedoch mit gewisser Effizienz entgegenstellt, ist das außergewöhnliche Setting in der mongolischen Steppe: Eindrucksvolle Ortsaufnahmen verleihen dem Geschehen eine spürbare Enge und Ausweglosigkeit, obwohl die weiten Panoramen eigentlich das genaue Gegenteil suggerieren. So gelingt es Bilguun Chuluundorj durch die kluge Wahl der Schauplätze, die endlose Natur mit einem Gefühl der Beklemmung zu verknüpfen und ein Ausgeliefertsein zu erzeugen, das sich zwischen dichten Wäldern, offenen Flächen und kargen Landschaften entfaltet.
Diese Momente vor malerischer Kulisse sind visuell überzeugend umgesetzt und zählen zu den klaren Highlights von Z Zone. Verlagert sich das Geschehen jedoch in Innenräume, bricht diese Wirkung spürbar ein: Die zuvor aufgebaute Atmosphäre verliert an Kraft, und die inszenatorische „Wertigkeit“ kippt in eine Beliebigkeit – wenn nicht sogar in Billigkeit. Dazu tragen leider auch die Darsteller bei, die sich zwar sichtlich bemühen, in ihrem Spiel insgesamt jedoch oft hölzern und unbeholfen wirken.

Von den Hunger Games ins Battle Royale
Z Zone verfolgt seine Prämisse jedoch mit überraschender Ernsthaftigkeit. Bilguun Chuluundorj verbindet System- und Sozialkritik mit einem Aufbau, der an den japanischen Klassiker Battle Royale erinnert. Erst im weiteren Verlauf wird Raum für die von Zombies durchzogene Welt geschaffen, denn bis die Untoten tatsächlich auftreten, vergeht einige Zeit. Zwar gelingt nicht, die Ausgangsidee konsequent zu vertiefen, und auch die Perspektive gesellschaftlich vernachlässigter Straftäter, die zu einer Art Heldenreise gezwungen werden, ist keine neue. Dennoch zeigt Z Zone in seinen zusammengeklaubten Versatzstücken spürbares Engagement. Was schlussendlich fehlt, sind jedoch greifbare, gut geschriebene Figuren und eine Sozialkritik, die über das absolute Mindestmaß hinausgeht. So bleibt Vieles eher angedeutet als ausgearbeitet – und verliert dadurch ebenfalls seinen Reiz.
©2026 Lighthouse Home Entertainment. All Rights Reserved
Unser Fazit zu Z Zone
Der mongolische Horrorfilm punktet vor allem mit einem: seinem Setting. Visuell wirkt Z Zone zwar über weite Strecken billig, findet keine klare ästhetische Linie und bleibt aufgrund schwacher Schauspielleistungen hinter seinem Potenzial zurück, doch die mongolische Steppe und die variablen Schauplätze bieten eine reizvolle Spielfläche für klassisches Zombie-Kino. Dieses wird zwar nie besonders explizit oder brutal ausgespielt, kann sich dank solider Maskenarbeit aber dennoch sehen lassen. Genrefans bekommen somit einen routinierten Vertreter serviert, der ohne große Überraschungen oder qualitative Höhen solide unterhält. Zwar liefert der Film nichts Neues, erfüllt mit entsprechend niedrigen Erwartungen jedoch genau das, was man von ihm verlangt.
Schon seit jungen Jahren filmverrückt: Viel zu früh Genrefilme aller Art konsumiert und mit 14 Jahren begonnen, regelmäßig Kino+ zu schauen – obwohl er zu diesem Zeitpunkt kaum einen der besprochenen Filme selbst gesehen hatte. Geprägt wurde seine Leidenschaft maßgeblich von seiner Oma bei Star Wars: The Clone Wars und dem Schauen „alter Schinken“ vor der Glotze, seinem Vater und seinem großen Bruder mit dem er alles teilte – außer eine gleiche Meinung. Film-Begeisterung wurde beim Schauen von E.T., Jurassic Park, Zurück in die Zukunft und Indiana Jones und der Tempel des Todes entfacht, die bis heute zu den Lieblingsfilmen gehören – ab diesem Moment war klar: Filme werden ihn ein Leben lang begleiten. Er versucht, wöchentlich ins Kino zu gehen, ist sich dabei aber nie zu schade, auch den trashigsten DTV-Untiefen von Action bis Horror eine Chance zu geben oder auch mal ins indische Kino abzudriften. Bekannt aber vor allem für eines: „Alle geben 4 oder 5/5 – und er gibt ’ne 1/5, du weißt genau, da is‘ er, der Louis.“

