Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Half Man
    Serien

    Half Man

    Jan Wernervon Jan Werner21. April 2026Keine Kommentare4 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    Nach Baby Reindeer gibt es endlich Neues von Richard Gadd – doch ganz anders als vermutlich erwartet. Gelingt dem Comedian in der HBO-Produktion Half Man der nächste Coup?

    Darum geht’s in Half Man

    Niall und Ruben sind Brüder. Nicht durch Blut verbunden, aber so nah, wie man es nur sein kann. Der eine: kämpferisch und loyal. Der andere: sanft und zurückhaltend. Unzertrennlich in ihrer Jugend. Durch Tod und Schicksal zusammengeführt, haben sie nur einander. Doch als Ruben drei Jahrzehnte später auf Nialls Hochzeit auftaucht, ist plötzlich alles anders. Ruben ist angespannt, unstet – ganz und gar nicht er selbst. Kurz darauf erschüttert eine Explosion der Gewalt die Feier und katapultiert uns zurück in ihre Vergangenheit, von den Achtzigern bis in die Gegenwart.

    Key-Art © HBO Max

    Harte Themen kann der Gadd

    Für bestimmte Themen gibt es nicht umsonst Trigger-Warnungen. Schon in Baby Reindeer hat der Brite Richard Gadd die Grenzen zum unerträglich Unangenehmen haarscharf ausgereizt. Und auch in Half Man macht der Auftakt gleich wieder klar: diese Geschichte geht erneut dahin, wo es wehtut. So geht es in dieser Jahrzehnte überspannenden Miniserie wieder um psychische Problemfelder, um Mobbing, um seelische Gewalt, um irreparable Traumata, die sich aufstauen, um sich dann mit einer immensen Wucht zu entladen.

    Dabei wählt Serienschöpfer und Hauptdarsteller Gadd hier den beliebten Ansatz, mit der Opening Scene direkt die Katastrophe anklingen zu lassen, um dann aber erstmal in der Zeit zurückzugehen und die Anfänge der komplexen „Bruderschaft“ seiner Figur Ruben und dem Jamie Bell-Charakter Niall zu ergründen. In der Vergangenheitsebene werden die beiden Rollen dann auch von jungen Darstellern – Mitchell Robertson als Niall und Stuart Campbell als Ruben – gespielt, die beide exzellent gecastet wurden und einen mehr als bleibenden Eindruck hinterlassen.

    Toxizität in all ihren Farben

    Schon mit DTF St. Louis hat HBO in diesem Jahr eine Miniserie kredenzt, in der es um eine doch – sagen wir mal – „spezielle“ Männerbeziehung geht. Und hieran schließt Half Man in Teilen nun an. Zwar geht es hier nicht um eine verkappte Liebesgeschichte voller Tragik, aber so wie hier nun eine brudergleiche Konstellation zwischen Ruben und Niall aufgebaut wird, erinnert das schon immer wieder an die Bitterkeit der Geschichte mit David Harbour und Jason Bateman. Es geht um psychische Abhängigkeit und Manipulation, kurzum um Toxizität auf eine nachvollziehbar dargelegte, aber nichtsdestotrotz von Beginn an auf eine unausweichliche Katastrophe zusteuernde „Freundschaft“ mit einem derartigen Machtungleichgewicht, die schon schwer zu ertragen ist beim Beobachten.

    Abgesehen von dieser deutlichen Gemeinsamkeit grenzt sich aber die Richard-Gadd-Produktion allein schon wegen des sehr vordergründigen britischen Einschlags und der Handlungsebene in den Neunzigern von der amerikanischen und zeitgeistigen Story von DTF St. Louis ab, sodass man nicht zwangsläufig auch das selbe Publikum adressiert. Ich würde sogar sagen, dass Gadd tonal fast direkt dort weitermacht, so er mit Baby Reindeer so erfolgreich unterwegs war: Erneut geht es um offensichtliches Außenseitertum, durch das eine Not bei den Handlungsträgern entsteht und sich in fatalen Fehlentscheidungen kanalisiert, die ab einem gewissen Punkt in ihrer Eigendynamik gar nicht mehr einzufangen sind. Und dann beobachten wir hier erneut eine schwer erträgliche, aber gleichzeitig nahbare und packende Eskalation, bei der nahezu jeder im Cast an seine Leistungsgrenze – oder darüber hinaus – geht.

    Jamie Bell spielt die ältere Version von Niall© HBO Max

    Zärtlichkeit, Vertrauen, Abhängigkeit

    Man sollte über die Handlung bzw. vor allem über das Geschehen in der Jetztzeit gar nicht zu viel verraten, weil die Serie über ihr Spiel mit den Zeitebenen erst recht spät mit einem doch unerwarteten Richtungswechsel daherkommt. Doch unabhängig davon kann man auf alle Fälle sagen, dass das Gezeigte an die Nieren geht und dabei bei bestimmten Personen mehr als in der Allgemeinheit andocken wird. Denn Half Man seziert die beiden Hauptfiguren, mehr aber sogar Niall, der zeitbedingt mit seiner Sexualität und dem öffentlichen Umgang damit hadert, was eben erst zu dieser ganz speziellen Konstellation zwischen ihm und Ruben führt. So resultierte nämlich die Reaktion darauf im Jugendalter der beiden im Bruch der brüderartigen Beziehung auf eine Art und Weise, bei der man dann auch vollkommen nachvollziehen kann, dass die Konsequenzen beider Leben für immer weiter beeinflussen würde.

    Über die sechs langsam erzählten Folgen werden dabei immer wieder Fässer aufgemacht, aber eigentlich ist der Grundkonflikt zwar tiefschürfend, aber nicht sonderlich umfassend, sodass sich schon die ein oder andere Länge einstellen kann. Doch schon in Baby Reindeer war es ja mehr der Vibe in Kombination mit den skurrilen Figuren, deren Tragik und vor allem eben dem Einswerden von Darstellenden und Charakteren, die weit länger nachgehallt hat als in anderen Dramaserien. Und wenn man hier nun den im Vergleich komplett veränderten Richard Gadd sieht und erkennen muss, dass er dennoch wieder zu einhundert Prozent „all in“ geht, dann schlägt das Nachfolgeprojekt wahrscheinlich genauso hohe Wellen wie der Netflix-Überraschungshit.

    © HBO Max

    Unser Fazit zu Half Man

    4.0 Stark

    Half Man erzählt von einer verstörend intensiven Jugendfreundschaft, die von einem einschneidenden Ereignis und der Unterschiedlichkeit der beiden Beteiligten mehr als nur auf die Probe gestellt wird. Die Nachwehen, die lebenslangen Konsequenzen und die unerwarteten Wendungen davon zu beobachten, tut genauso weh wie die Tragik und Skurrilität von Baby Reindeer, bringt Richard Gadd und Jamie Bell wahrscheinlich die ein oder andere verdiente Schauspielerpreisnominierung ein und ist definitiv alles andere als leichte Unterhaltung. Man muss sich auf diese Miniserie einlassen können und wollen, man muss mit dem schottischen Akzent klarkommen und man muss Trostlosigkeit abkönnen, aber dann ist auch dieses Projekt - das vielleicht etwas langatmig sein kann - wieder Must-See-TV à la HBO!

    • User Ratings (1 Votes) 1.4
    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
      Maximum Pleasure Guaranteed
    • Jan Werner
      The Mandalorian and Grogu
    • Jan Werner
      Tom Clancy’s Jack Ryan: Ghost War
    • Jan Werner
      Dutton Ranch
    Vorheriger BeitragUnchosen
    Nächster Beitrag Michael

    Weitere Beiträge

    3.5

    Maximum Pleasure Guaranteed

    von Jan Werner
    3.5

    Dutton Ranch

    von Jan Werner
    3.0

    Unconditional

    von Jan Werner
    4.0

    Legends

    von Jan Werner
    3.0

    Man on Fire

    von Jan Werner
    2.5

    The Miniature Wife

    von Jan Werner
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    Maximum Pleasure Guaranteed

    20. Mai 2026

    Obsession

    19. Mai 2026

    The Mandalorian and Grogu

    19. Mai 2026

    Tom Clancy’s Jack Ryan: Ghost War

    18. Mai 2026
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2026 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.