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    The English

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt9. Mai 2023Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Kurz vor dem Kampf: Eli Whipp (Chaske Spencer) und Cornelia Locke (Emily Blunt) halten zusammen. © Drama Republic & All3Media International
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    Die Miniserie The English wurde als Meisterwerk gefeiert, welches den Western neu definieren würde. Ob der britisch-amerikanische Sechsteiler diesen Versprechen gerecht wird, erfahrt Ihr hier!

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    Das Cover der Blu-ray von The English zeigt Emily Blunt als Lady Cornelia Locke und Chaske Spencer als Pawnee Eli Whipp.
    Das Cover der Blu-ray von The English. © Drama Republic & All3Media International

    Die Handlung von The English

    Lady Cornelia Locke (Emily Blunt) ist The English. Sie kommt 1890 in die Vereinigten Staaten. Die Engländerin sucht den Mann, den sie für den Tod ihres Sohnes verantwortlich macht. Leider hat sie keinen blassen Schimmer von der brutalen Realität im damals noch recht wilden Westen. Sie gerät in die Fänge der Bande des zwielichtigen Hoteliers Richard M. Watts (Ciarán Hinds), der sie aber offenbar im Auftrag eines unbekannten Hintermannes aus dem Weg räumen soll. Auch der Pawnee Eli Whipp (Chaske Spencer), dessen indigener Name Wounded Wolf lautet, befindet sich in dessen Gewalt. Whipp ist ein ehemaliger Armeescout, der nun auf dem Weg nach Nebraska ist, um dort ihm versprochenes Land zu beanspruchen.

    Kutscher Sebold Cusk (Toby Jones) soll ihn gefesselt in die nächste Stadt bringen, wo auf Indianerskalps ein Kopfgeld gezahlt wird. Whipp entkommt und reitet zurück zu Watts, um sich zu rächen. Dabei befreit er Cornelia, die sich in Sachen Rache auch nicht gerade als zimperlich erweist. Die beiden reisen gemeinsam weiter. Aus der zunächst eher unwilligen Unterstützung Whipps wird nach kurzer Zeit und einem weiteren Blutbad eine romantische Beziehung, die jedoch platonisch bleibt. In Wyoming, wo sich in einer Parallelhandlung der ebenfalls aus England stammende Viehzüchter Thomas Trafford (Tom Hughes) und der windige Geschäftsmann David Melmont (Rafe Spall) befehden, schließt sich der Kreis zum Showdown mit überraschenden Wendungen.

    Gewalt paart sich mit Romantik

    Schon die ersten Bilder der sechsteiligen Minserie The English deuten an, wo die Geschichte hinzielt: Zu sanft gezupften Gitarrenklängen erscheint ein malerischer Sonnenaufgang. Aus dem Off hören wir Lady Cornelias Stimme: „Ohne Dich hätte ich nicht einmal den Anfang überlebt.“ Schnitt auf ihr Gesicht. „So sind wir uns begegnet, die Sterne wollten es so.“ Schnitt auf die Silhouette Elis auf einem Hügel, Schnitt auf eine auf alt getrimmte Fotografie des Pawnee. Die Stimme erzählt weiter: „Damals, da draußen war es egal, woher wir kommen.“ Die Kamera zeigt uns Bilder aus einer offensichtlich wohlbegüterten Wohnung. Es ist das Anwesen Lady Cornelias, behängt mit Attributen aus ihre Zeit im Westen der USA. Off: „Zu unterscheiden zwischen dem, was wir wollen und dem, was wir brauchen, mussten wir beide erst noch lernen.“ Eine sanfte Überblendung führt uns 13 Jahre zurück ins Jahr 1890 – und der Western beginnt.

    Eli Whipp, gespielt von Chaske Spencer, steht im Gegenlicht auf einem Hügel, sein Gewehr kampfbereit quer über seine Schultern gelegt.
    Heldenhaft: Eli Whipp (Chaske Spencer) wird als Silhouette im Gegenlicht fast zur mythischen Gestalt. © Drama Republic & All3Media International

    Die Einführung macht klar: Dies ist kein typischer Western, sondern auch eine zutiefst romantische Geschichte voller Gefühle. Rache, Tod und Liebe liegen hier dicht beieinander – und entwickeln sich zu einer Tragödie fast klassischen Ausmaßes. Eingebettet in eine recht brutale, doch fantastisch bebilderte Westernhandlung, stark am Leone-Style des Italowesterns orientiert. Was nicht wundert, ist es trotz US-amerikanischer Coproduktion doch ein britisches Produkt und in Spanien gefilmt. Dessen aufregende Landschaften in faszinierenden Panoramaaufnahmen eingefangen werden.

    The English im typischen Italowestern-Style

    Die europäische Herkunft merkt man auch dem Vorspann an. Dessen gezeichnete Bilder erinnern eben stark an die Vorspänne früher Italowestern. Die stark ins Ohr gehende Titelmusik dagegen enthält zwar Elemente der typischen Musik dieses Genres, könnte mit ihrem vollem orchestralem Einsatz und der in Molltönen verpackten Melancholie aber auch gut zu einer britischen Krimiserie passen. Doch immer wieder erklingen auch an Ennio Morricone erinnernde Partien, etwa die häufig eingebundenen Todesglocken. Manchmal, und das ist auch der einzige wirkliche Kritikpunkt, neigt The English zu einem leicht überbordenden Pathos. Aber das lässt sich leicht verschmerzen.

    Lady Cornelia Locke, gespielt von Emily Blunt, blickt in The English mit Gewehr im Anschlag Feinden entgegen.
    Wehrhaft: Lady Cornelia Locke (Emily Blunt) hat die Gebräuche im wilden Westen schnell gelernt. © Drama Republic & All3Media International

    Dafür greift die Miniserie etliche bedeutsame Themen auf. Es geht um das Zusammenfinden von Ungleichen, um das Gemeinsame bei allen Unterschieden. Was natürlich Menschen leichter fällt, die sich ohnehin am Rande der Gesellschaft befinden. Die englische Lady in der Fremde, der indigene Ex-Soldat als Verräter an seinem Volk, der von den Weißen aber ebenfalls nicht mehr akzeptiert wird. Kurz vor einer letzten Ehrenbezeichnung macht ihm dies ein ehemaliger Kamerad deutlich: „Hier bist Du einer von uns, dort bist Du einer von denen.“ Und dass es im wilden Westen eben nicht gut ist, ein Indianer zu sein, erfährt Eli schon in der nächsten Szene, wenn er von Watts gefoltert wird.

    Jede Einstellung hat ihre Funktion

    Dabei konzentriert sich The English auf die wichtigen Momente, verzichtet auf unnötigen Zierrat der Erzählung. Wir sehen nicht, wie Elii gefangen wird, wir sehen nur das Ergebnis. Und das reicht. Jede Einstellung ist wohl durchdacht und hat ihre Funktion in der Geschichte. Die entwickelt sich zudem auf mehreren Zeitebenen zu epischer Breite. Geschickt streut Autor und Regisseur Hugo Blick Hinweise auf die Backgroundstory ein, was die Spannung bis zum Serienfinale anhalten lässt. Erst am Ende werden sich die aufgebauten Rätsel lösen. Vielleicht erscheint einem die sich dann entblätternde Geschichte fast ein bisschen banal. Doch wie sie erzählt wird, ist genial. Und darauf kommt es letztlich an.

    Ganz in schwarz gekleidet mit dunker Brille gehört Black Eyed Mog, gespielt von Nichola McAuliffe, zu den übelsten Gestalten in The English.
    Skurrile Gestalten: Die meisten Begegnungen im wilden Westen sind von unfreundlicher Natur.© Drama Republic & All3Media International

    Bis in die Nebenrollen ist The English stark besetzt

    Neben der herausragenden Optik zählen noch die selbst in den Nebenrollen hervorragende agierenden Darsteller zu den Stärken von The English. Wie in seinem Vorbild, dem Italowestern, sind auch in dieser Westernwelt wohlwollende Charaktere Mangelware. Eindimensional beschrieben sind sie jedoch nicht, sondern von großer Komplexität. Es ist eine Welt des Übergangs, in der Städte noch fast ausschließlich aus Zelten bestehen und sich das Hotel des Schurken Watts wie in einem surrealistischen Dali-Gemälde als solitärer Block aus der unendlichen Weite einer sandigen Steppe erhebt. Den Menschen hier geht es um ihr eigenes Überleben, das Leben der anderen geht ihnen am Hintern vorbei. Nur der Sheriff (Stephen Rea) ist neben den beiden Protagonisten wenigstens in Ansätzen eine Lichtgestalt. Mit Nachnamen heißt er übrigens Marshall, nur ein dezenter Hinweis darauf, dass The English auch immer wieder mit sorgfältig eingestreuter Ironie dem bösen Treiben eine gewisse Leichtigkeit verleiht.

    Gauner David Melmont, gespielt von Rafe Spall, im Gespräch mit dem Engländer Thomas Trafford, gespielt von Tom Hughes, den er betrügen will.
    The bad guy and the good guy: David Melmont (Rafe Spall, links) haut den Engländer Thomas Trafford (Tom Hughes) übers Ohr. © Drama Republic & All3Media International

    Dabei laufen insbesondere Rafe Spall als fieser Malmont, Toby Jones als widersprüchlicher Kutscher und auch der cäsarerprobte Ciarán Hinds zu Höchstformen auf. Und natürlich ist Stephen Rea wie immer eine feste Bank. Doch getragen wird The English vor allem durch die toughe Performance von Emily Blunt (A Quiet Place) und dem durchweg stark agierenden Chaske Spencer (Twilight). Die beiden geben ein (verhindertes) Liebespaar voller Gegensätze ab, so glaubwürdig und mit emotionalem Tiefgang, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat.

    Unser Fazit zu The English

    Seltsamerweise war die von Amazon mitproduzierte Serie von Hugo Blick dem deutschen Prime-Kunden vorenthalten worden und hier zunächst nur bei Magenta zu sehen. Doch The English braucht sich hinter modernen Serienhighlights des Genres wie Deadwood oder High Wheels nicht zu verstecken. Der Sechsteiler schlägt jedoch durch sein starkes romantisches Element ganz andere Töne an. Zumal er trotz der komplexen Charakterzeichnungen und dem Aufgreifen brisanter und auch heute noch aktueller Themen nicht dem Realismus huldigt. In überbordender Bildersprache wird hier vielmehr ein faszinierender Kunstkosmos geschaffen, der seine Spannung bis zum Schluss aufrecht erhält. Sensibel eingebaute Ironie nimmt der teils heftigen Brutalität mitunter die Spitze. Westernfans sollten sich The English nicht entgehen lassen.

    Einzig das nur etwa 15 Minuten dauernde Bonusmaterial ist leider ziemlich enttäuschend. Es enthält drei kurze Featurettes über den Dreh, die Sets und Locations, die sich zudem in Teilen auch noch wiederholen.

    Seit dem 28. April ist The English über polyband Media auf DVD und Blu-ray erhältlich!


    © polyband

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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