Der Sternwanderer erscheint als 4K Steelbook. Warum dieses moderne Märchen mit erstklassigen Cast und charmanter Geschichte zu überzeugen weiß, das erfahrt ihr hier.

Worum geht es in Der Sternwanderer?
Der junge Tristan (Charlie Cox) lebt in dem kleinen Dörfchen Wall, an dessen Grenze eine unscheinbare Mauer verläuft, die England vom magischen Reich Stormhold trennt. Als Tristan seiner Angebeteten Victoria (Sienna Miller) einen vom Himmel gefallenen Stern jenseits der Mauer bringen möchte, begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise in die Welt jenseits der Mauer. Doch der Stern, den er findet, ist keine gewöhnliche Himmelserscheinung, sondern die mysteriöse Yvaine (Claire Danes). Auf ihrem Weg durch das märchenhafte Stormhold werden die beiden von der Hexe Lamia (Michelle Pfeiffer) und den Erben des Throns verfolgt, die alle nichts Gutes im Schilde führen.
Fantasie mit Handschrift des Regisseurs und in neuem 4k-Glanz
Regisseur Matthew Vaughn hat mit Der Sternwanderer eine seltene Fantasiewelt zum Leben erweckt. Da er vor allem für seine Actionfilme wie Kingsman und Kick-Ass bekannt ist, stellt der Film in seiner Filmografie eine Ausnahme dar. Neil Gaimans Buchvorlage bietet eine solide Basis, doch Vaughn schafft es, der Geschichte seine eigene Handschrift hinzuzufügen, indem er besonders den Humor und die skurrilen Charaktere in den Vordergrund stellt. Wie man es vom Filmemacher zumeist kennt, ist die Inszenierung ist durchgehend verspielt, aber immer mit einem feinen Gespür für die Balance zwischen Spannung und Komik. Dennoch sticht Der Sternwanderer hervor und ist kein typisches Fantasy-Epos. Vaughn erschafft eher eine romantische Abenteuergeschichte, die Elemente von Märchen, Komödie und Abenteuer miteinander verwebt, ohne zu massiv in den Kitsch abzudriften.
Die visuelle Gestaltung des Films ist darüber hinaus wunderschön, und die Landschaften des magischen Reichs sowohl farbenfroh als auch geheimnisvoll. Allgemein ist der Film visuell sehr gut gealtert. Zum einen Dank der „originalen“ Schauplätze, die im Gegensatz zu Studioaufnahmen mit der Zeit technisch nicht verwelken. Zum anderen sind die vorhandenen technischen Effekte nie zu übermäßig platziert, so dass diese nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Einige diese sind durch die 4K-Fassung farblich sogar sehr auffällig satt und frisch in ihrer Erscheinung. In Sachen Schärfe liegt allerdings kein Quantensprung zur Blu-ray vor.
Ein Märchen für die moderne Zeit
Der Film erinnert immer an klassische Märchen, fügt dem Ansatz jedoch moderne Elemente hinzu. Dadurch wird der Zugang für ein breites Publikum geschaffen, da er auch beinahe 18 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch frisch wirkt. Insbesondere, da viele Fantasyfilme der letzte Jahre eher einen düsteren und ernsten Ansatz verfolgen, ist Der Sternwanderer eine willkommene Abwechslung. So strahlt der Film immer eine Leichtigkeit aus, die an Klassiker wie Die Braut des Prinzen erinnert. Aufmerksame Zuschauer:innen sehen die Geschichte in ihren Grundzügen zwar schnell und leicht voraus, doch das schmälert nicht das Filmerlebnis. Im Gegenteil, kann man sich sogar noch viel leichter auf die Geschichte und seine Charaktere einlassen, statt die Handlung vorab im Kopf zu sehr zu zermartern.
Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Filme versuchen, durch Komplexität zu bestechen, ist die Einfachheit und der Humor dieses Films eine willkommene Abwechslung. So entsteht eine unbeschwerte Atmosphäre, bei der die gelungene Mischung aus ernsthaften und komödiantischen Szenen sowohl für Erwachsene als auch für jüngere Zuschauer:innen ansprechend ist. Während die meisten Märchen eine moralische Botschaft und eine klare Trennung zwischen Gut und Böse aufzeigen, bietet diese Fabel vielschichtigere Charaktere, bei denen die Grenzen zwischen Held und Bösewicht gerne mal verschwimmen.

Ein Cast, der die Stärken hervorbringt
Ein weiteres Highlight des Films sind die hervorragenden Darstellerinnen und Darsteller. Der damals unbekannte Charlie Cox überzeugt als naiver, aber mutiger Tristan, der im Laufe des Films eine erwartbare Entwicklung durchmacht. Cox bringt dies jedoch sehr authentisch rüber. Als seinen Gegenpart bringt Claire Danes als Yvaine sowohl Zerbrechlichkeit als auch Stärke in ihre Rolle ein. Die Chemie der beiden, aber auch die Ergänzung der Figuren gelingt. Währenddessen sorgt insbesondere Michelle Pfeiffer als böse Hexe Lamia für die nötige Portion Bedrohlichkeit. Aber auch Mark Strong als Prinz Septimus zeigt einmal mehr sein Können.
Insbesondere Robert De Niro stellt ein Highlight dar und überrascht mit einer zur damaligen Zeit eher ungewohnt humorvollen Rolle. In der Rolle als piratenhaftiger Luftkapitän Captain Shakespeare ist er einmal mehr ein Szenendieb und sorgt mit seiner Crew rund um Dexter Fletcher für ein sehr charmantes und sympathisches Element des Films, das von Schmunzlern bis zu Lachern alles bereithält. Daneben sind viele weitere bekannte Gesichter in Der Sternwanderer zu sehen, darunter Rupert Everett, Jason Flemyng, Ricky Gervais und Peter O’Toole, aber auch damalige Newcomer in ihren ersten Rollen, wie beispielsweise Ben Barnes (Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia) oder „Superman“ Henry Cavill.
Unser Fazit zu Der Sternwanderer
Der Sternwanderer verbindet charmante Weise Märchen mit moderner Fantasy. Mit einer außergewöhnlichen Besetzung, einer humorvollen und gleichzeitig emotionalen Geschichte sowie einer fantasievollen Inszenierung sticht er aus seinem Genre hervor. Selbst wenn der Film manchmal sehr vorhersehbar erscheint, bleibt er doch ein liebevoll gestaltetes Abenteuer, das besonders durch seine ungewöhnlichen Charaktere und den unbeschwerten Humor besticht und eine mehr als gute Zeit beschert.
Der Sternwanderer ist seit dem 26. September 2024 als 4K Steelbook erhältlich.
© Paramount Pictures
Von seinem Kennenlernen mit dem Mauswanderer in einem Land vor unserer Zeit über seinen ersten Kinobesuch mit der rothaarigen Meerjungfrau, hat sich bis heute eines nie geändert: Die Film- und Fernsehwelt ist ein fester Bestandteil von Chrischi. Das steht nicht immer ganz im Einklang mit seiner hauptberuflichen Beschäftigung im öffentlichen Dienst, doch ein Blick in Chrischis „Cave“ mit inzwischen weit über 3.000 Medienträgern und einigen schicken Sondereditionen offenbart seine eigentliche Berufung. Auf der Suche nach Gleichgesinnten fand er schließlich Ende 2019 zu Filmtoast und ist seitdem fleißig am texten und quatschen im Zeichen des Toasts. So mancher Psychologe würde vermutlich beim Anblick auf Chrischis Filmauswahl mit der Stirn runzeln, doch fühlt sich Chrischi eben in nahezu jedem Genre wohl; außer vielleicht Horror. Seine Favoriten: Warrior, Kingsman, Lucky Number Slevin und Ratatouille sowie Filme von Nolan, Villeneuve, Anderson (Wes!) bzw. mit Robin Williams oder Kevin Costner (beide werten für ihn jeden Film auf). Sein Guilty Pleasure: Howard the Duck.

