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Church © Paramount Pictures

Friedhof der Kuscheltiere (2019)

Verfilmungen von Stephen King waren, sind und werden immer salonfähig sein. Da verfilmt man dessen Werke auch gerne mehrfach. Am 04.04.2019 erschien die bereits zweite Verfilmung seines 1983er Horror-Romans Friedhof der Kuscheltiere. Hätte man den Stoff ruhen lassen sollen, oder lohnt sich die Rückkehr?

Titel Friedhof der Kuscheltiere
Jahr 2019
Land USA
Regie Kevin Kölsch, Dennis Widmyer
Drehbuch David Kajganich, Jeff Buhler
Genre Horror
Darsteller Jason Clarke, John Lithgow, Jeté Laurence, Amy Seimetz, Hugo Lavoie, Lucas Lavoie, Obssa Ahmed
Länge 101 Minuten
FSK ab 16 Jahren freigegeben
Verleih Paramount Pictures
Kinoposter zur Friedhof der Kuscheltiere © Paramount Pictures
Kinoplakat zu Friedhof der Kuscheltiere © Paramount Pictures

Das Spiel mit dem Tod

Veränderung bei der Familie Creed. Aufgrund einer neuen Anstellung als Leiter der Krankenstation der University of Maine, verschlägt es Louis (Jason Clarke) zusammen mit seiner Familie aus der Großstadt in die ländliche Gegend. Schnell leben sich auch seine Frau Rachel (Amy Seimitz), die achtjährige Ellie (Jete Laurence) und der kleine Gage (Hugo und Lucas Lavoie) in der beschaulichen Gegend ein. Einzig die Schnellstraße in der Nähe des Hauses stört die Idylle.

Schnell freundet sich die Familie mit dem Nachbarn Jud Crandall (John Lithgow) an und erfährt so Hintergründe über Land und Leute. Eines Tages wird Church, die Katze der Creeds, auf der Schnellstraße zu Tode gefahren. Um der kleinen Ellie den Kummer zu ersparen, zeigt Jud Louis einen geheimen Indianerfriedhof, der die Macht besitzt, Tote zurück ins Leben zu holen. Nach der Beerdigung von Katze Church auf diesem Friedhof kehrt diese tatsächlich wieder ins Reich der Lebenden zurück. Doch etwas ist anders.

Neuinterpretation des Romans Friedhof der Kuscheltiere

Neben der ersten Verfilmung von Stephen King’s ES gehört Friedhof der Kuscheltiere aus dem Jahre 1989 wohl zu den bekanntesten und gruseligsten Erinnerungen, die man als Kind der 80er- und 90er-Jahre mit dem Namen Stephen King verbindet. Zwar nicht so traumatisierend wie Pennywise, dennoch hatte sich der Name ins Gehirn gebrannt. Nachdem Ersterer im Jahre 2017 eine Neuverfilmung spendiert bekam, werden nun auch die Erlebnisse der Familie Creed neu aufgelegt. Dabei liefert man mit Friedhof der Kuscheltiere kein Remake der Originalverfilmung, sondern versucht sich an einer Neuinterpretation der Romanvorlage.

Familienessen © Paramount Pictures
Noch genießen die Creeds ihr neues Heim. © Paramount Pictures

An diese hält man sich in der ersten Hälfte auch noch weitestgehend und verlässt dann immer mehr den vertrauten Pfad, ohne dabei den eigentlichen Kern der Geschichte zu verlassen. Leider sind nicht alle Änderungen gelungen und manche wurden gar vorgenommen, um zusätzliche Grusel- und Schockmomente einzubauen. Die Darstellung von Rachels Schwester, einem Kindheitstrauma, wurde beispielsweise völlig überzeichnet und gleitet in gespenstisch anmutende Gefilde ab. Das fühlt sich nicht nur fremd, sondern gar überflüssig an, da es zur eigentlichen Geschichte wenig beizutragen hat. Generell dürften sich Fans der Vorlage im letzten Drittel öfter die Augen ob des Geschehens reiben. Auch wenn davon der Großteil kaum überzeugen mag, viel Neues zu entdecken gibt es auf jeden Fall.

Zu klassisch für das moderne Horror-Kino

Der Ursprungs-Plot von Friedhof der Kuscheltiere stammt aus dem Jahre 1983 und obliegt dadurch den Schauerelementen einer anderen Horror-Generation. Mit diesem klassischen Schema hat man es heutzutage schwerer, das Kinopublikum zu schocken. Daher ist es schade, dass die neuen Ideen in der Geschichte nicht wirklich greifen und man sehr geradlinig seinen Weg geht. Dieser ist vorhersehbar und gepflastert von uninspirierten Jump-Scares. Modern und clever geht anders.

Mysteriöser Friedhof © Paramount Pictures
Der Friedhof birgt dunkle Geheimnisse © Paramount Pictures

Die angestaubte Geschichte hat man mehr schlecht als recht ins neue Zeitalter transportiert, für die Inszenierung hingegen gilt das nicht. Mit seinem wertig produzierten Look und praktischen Effekten schafft man es durchaus, eine stimmige Atmosphäre zu erzeugen. Der unaufgeregte Soundtrack untermalt das Ganze und bietet einen ordentlichen Rahmen für das Gruselspiel. Daher ist es umso ärgerlicher, dass es die Geschichte nicht schafft, daraus einen schaurigen Nutzen zu ziehen. Auch darstellerisch bewegt sich Friedhof der Kuscheltiere auf ordentlichem Niveau und haucht dem Nachbarn Jud mit der Besetzung von John Lithgow deutlich mehr Leben ein als seinerzeit das Original.

Mein Fazit zu Friedhof der Kuscheltiere

Der Versuch, nach ES einen weiteren Stephen-King-Klassiker aus der Mottenkiste zu kramen und für ein neues Publikum aufzupeppen, geht nicht wirklich auf. Zwar besticht Friedhof der Kuscheltiere mit einer modernen Optik und einem ordentlichen Cast, doch schafft man es nicht, die klassische Geschichte adäquat in die heutige Zeit zu transportieren. Für intensive Spannungsmomente ist diese zu vorhersehbar und die uninspirierten Jump-Scares sind eher ermüdend als aufregend. Das ist schade, denn atmosphärisch macht man einiges richtig, kann das erzählerisch und spannungstechnisch nur nicht ummünzen. Mit den Änderungen an der Geschichte versucht man, frischen Wind reinzubringen, sorgt aber gerade zum Schluss nur für Kopf schütteln. So bleibt Friedhof der Kuscheltiere nicht mehr als ein Versuch, das Publikum auch im Jahre 2019 mit dem 1983er King-Klassiker zu schocken. So vielversprechend es wohl auf dem Papier auch aussah, auf der Leinwand geht das Konzept nicht auf.

Unsere Wertung:

 

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© Paramount Pictures

Onno

Als Kind in einen Topf aus VHS-Kassetten gefallen und kann seitdem nicht mehr wegschauen.

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