Die Miniserie Knuckles nimmt den kampflustigen Charakter aus dem Sonic-Universum und gibt ihm eine eigene Bühne. Ob der Sidekick in seinem Serien-Spin-off überzeugen kann, erfahrt ihr hier.

Worum geht es in Knuckles?
Die Serie setzt dort an, wo der zweite Sonic-Film aufhörte. Knuckles, der letzte der Echidna, einer Kriegerrasse, lebt gemeinsam mit seinen Freunden Sonic und Tales bei den Wachowskis in Green Hills. Doch Knuckles hat sich noch nicht richtig an das Leben auf der Erde gewöhnt und eckt mit seinen Gepflogenheiten immer wieder an. Als ihm der Geist seines alten Lehrmeisters erscheint, begibt sich Knuckles auf eine Queste, um seine eigene Bestimmung zu finden.
Vom Widersacher zur Hauptfigur
Wie die beiden Sonic-Filme zuvor basiert auch die Miniserie Knuckles auf den populären Videospielen von SEGA. Die Handlung baut auf den beiden *Sonic the Hedgehog*-Filmen auf, die den klassischen Charakteren filmisches Leben einhauchten. In den Filmen drehte sich die Geschichte um Sonic, der sich in einer neuen Welt zurechtfinden muss, und seine Konfrontationen den Gepflogenheiten auf der Erde sowie mit dem exzentrischen Dr. Robotnik (Jim Carrey).
Die Miniserie wiederum legt den Fokus auf Knuckles. Dieser war ursprünglich ein Widersacher des blauen Igels, der in den Spielen oft als stoischen Krieger dargestellt wurde. In der Filmreihe wurde jedoch versucht, ihn etwas komplexer abzubilden. Während Sonic neben seiner Selbstfindung für Spaß und Geschwindigkeit steht und Tales als klassischer Sidekick für Einfallsreichtum, verkörpert der rote Echidna eine enorme Stärke, aber auch Ansätze des Kodexes eines altertümlichen Kriegers. Ein Ansatz, der nun in der Miniserie vertieft wird.
Von den Filmen zur Serie – eine gelungene Adaption?
Wo die Filme oft im Schnelltempo voranschreiten, nimmt sich die Serie mehr Zeit, um die Charaktere und etwaige innere Konflikte auszuleuchten. Knuckles, der in den Filmen eher als ernster Gegenpart zu Sonic agierte, erhält hier Raum, seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Wirklich viel mehr Charaktertiefe ergibt sich hier jedoch nicht. Das Knuckles nicht nur seine körperliche Stärke besitzt, sondern sich klar nach seinem Ehrenkodex orientiert, wird schon durch die Filme ausreichend offenbart.
Dagegen ist rein visuell von den Filmen zur Serie ein nahtloser Übergang gelungen. Die Optik der Serie zeigt keine Mängel auf und die Animationen sind weiterhin detailliert und mehr als ansehnlich. Auch den Vibe der Filme hat man weitestgehend beibehalten, ohne dabei zu sehr mehr vom selben zu liefern. Stattdessen versucht man eine gewisse eigene Identität zu erreichen, wenn sich Knuckles auf seine persönliche Reise begibt. Dies gelingt allerdings mehr schlecht als recht.

Fremdscham und störender Sidekick
Die Balance zwischen Action, emotionalen Momenten und dem Humor, die in den Filmen zumindest ausgewogen scheint, funktioniert eher selten im Spin-off. Während man die Filme zumindest als unterhaltsam, gerade für ein jüngeres Publikum ansehen konnte, gelingt dies der Serie nahezu gar nicht. Der Humor und auch der Unterhaltungswert lassen grundsätzlich zu wünschen übrig. „Witzige Momente“ laden eher zum Fremdschämen ein und gerade für ein jüngeres Publikum birgt die Miniserie eher Langeweile als noch den Spaß, der bei den Filmen gesetzt wurde. Zudem hängt die Serie immer wieder in einzelnen Folgen durch, was besonders zu Tage tritt, wenn Szenen ohne Knuckles und dafür mit dessen Sidekick Wade Whipple (Adam Pally) im Vordergrund stehen.
Allgemein ist Pally mehr Störfaktor als ein Sympathieträger. Sein Charakter ist keiner, zu dem es eine Entwicklung benötigt hätte. Schon im ersten Sonic-Abenteuer brauchte es die meisten seiner Szenen nicht, weswegen die noch geringere Screentime in der Fortsetzung wenig verwunderte. Dagegen umso mehr, dass er teils mehr Charakterentwicklung erhält als der eigentliche Protagonist der Miniserie. Neben Pally kehrt auch Idris Elba als Stimme von Knuckles zurück, was Zuschauer:innen der deutschen Synchro weniger bringt. Ebenso wenig wie der Stimmen-Cameo von Christopher Lloyd (Zurück in die Zukunft, The Addams Family). Dafür gibt es mit Cary Elwes und Stockard Channing sowie Rory McCann ein paar neue bekannte Gesichter. Doch diese können das Ruder auch nicht wirklich rumreißen in der Kürze ihrer Screentime, was vor allem auf McCann zutrifft.
Unser Fazit zu Knuckles
Die Spin-Off-Miniserie Knuckles schafft handlungstechnisch als auch visuell einen nahtlosen Übergang von den Filmen zur Serie. Obwohl man sich um eine eigene Identität bemüht, gelingt dies nur bedingt. Vermeintlich spaßige Momente laden eher zum Fremdschämen ein und gerade für ein jüngeres Publikum birgt die Miniserie eher Langeweile als noch den Spaß, der bei den Filmen gesetzt wurde. Zudem hängt die Serie immer mal wieder durch, was besonders zu Tage tritt, wenn Szenen ohne Knuckles und dafür mit dessen Sidekick Wade Whipple (Adam Pally) im Vordergrund stehen, der hier mehr als Störfaktor als ein Sympathieträger wirkt. Für das dritte Filmabenteuer ist eine Steigerung zur Serie wünschenswert.
Knuckles ist seit dem 12. September 2024 als DVD, Blu-ray und als Blu-ray Steelbook erhältlich sowie auf Abruf im Abo von Paramount+.
© Paramount Pictures
Von seinem Kennenlernen mit dem Mauswanderer in einem Land vor unserer Zeit über seinen ersten Kinobesuch mit der rothaarigen Meerjungfrau, hat sich bis heute eines nie geändert: Die Film- und Fernsehwelt ist ein fester Bestandteil von Chrischi. Das steht nicht immer ganz im Einklang mit seiner hauptberuflichen Beschäftigung im öffentlichen Dienst, doch ein Blick in Chrischis „Cave“ mit inzwischen weit über 3.000 Medienträgern und einigen schicken Sondereditionen offenbart seine eigentliche Berufung. Auf der Suche nach Gleichgesinnten fand er schließlich Ende 2019 zu Filmtoast und ist seitdem fleißig am texten und quatschen im Zeichen des Toasts. So mancher Psychologe würde vermutlich beim Anblick auf Chrischis Filmauswahl mit der Stirn runzeln, doch fühlt sich Chrischi eben in nahezu jedem Genre wohl; außer vielleicht Horror. Seine Favoriten: Warrior, Kingsman, Lucky Number Slevin und Ratatouille sowie Filme von Nolan, Villeneuve, Anderson (Wes!) bzw. mit Robin Williams oder Kevin Costner (beide werten für ihn jeden Film auf). Sein Guilty Pleasure: Howard the Duck.

