Anpfiff zum großen Finale? Nachdem es in den vergangenen Monaten immer Gerüchte um ein Ende der Serie gab, startet am 15. März die mögliche letzte Staffel von Ted Lasso. Welchen Eindruck die ersten Folgen machen, erfahrt ihr in dieser Review!

Die Handlung von Ted Lasso – Staffel 3
Nachdem in der letzten Saison der direkte Wiederaufstieg gelungen ist, schielt das Team des AFC Richmond in dieser Spielzeit auf den Meistertitel. Dies wurde zwar von Ted Lasso sehr euphorisch angekündigt, an seine doch etwas optimistische Aussage klammert sich nun Rebecca Welton. Diese hat mit ihrem Ex-Mann Rupert, nun Besitzer von West Ham United, noch eine offene Angelegenheit, welche sich nach der Verpflichtung von Teds ehemaligem Co-Trainer Nate nun auch auf sportlicher Ebene widerspiegelt.
Doch auch abseits des Platzes gibt es personelle Veränderungen. Beziehungen keimen auf oder gehen zugrunde, neue Geschäftsfelder werden erschlossen und über allem schwebt die Frage: Quo vadis, Ted Lasso? Es bleibt also spannend an der Nelson Road.
Alles neu – und doch beim Alten
Dieser Beitrag beschäftigt sich ausschließlich mit den ersten vier Folgen der neuen Staffel. Dementsprechend ist die Kritik auch nur auf den Auftakt bezogen und soll dazu dienen, den Leser:innen eine erste Tendenz mitzugeben.
Auch wenn sich in der Handlung von Ted Lasso einiges verändert hat, kann man mit guter Gewissheit sagen, dass auch in dieser Staffel viele bekannte Gesichter auftauchen. Neben dem offensichtlichen Hauptcast konnten auch auf Spielerseite die wichtigsten Darsteller gehalten werden, sodass sich nun auch eine Truppe – auf und neben dem Platz – mit eigenem Charakter gebildet hat. Neu hinzugekommen ist mit Max Osinski ein Schauspieler, den Fans der Marvelserie Agents of S.H.I.E.L.D. kennen können. Dieser gleicht nicht nur optisch einem bekannten Topspieler, seine Figur sorgt auch für frischen Wind auf dem Platz und in der Kabine.
Auch das in Staffel 2 etablierte Dreamteam aus Keeley Jones und Rebecca Welton steht vor einer neuen Herausforderung, da Keeley zum Ende der zweiten Staffel Richmond verlassen hatte. In ihre neue Rolle als Agenturmanagerin muss sie noch hineinfinden. Diese Sinnsuche hemmt auch etwas die Dynamik zwischen den beiden Schauspielerinnen. Dennoch nimmt Keeleys Handlungsstrang spätestens mit Folge 4 wieder Schwung auf, sodass hier eher von Startschwierigkeiten als einem Fehler im Drehbuch gesprochen werden kann.

Von wo kommt denn nun die Schärfe rein?
Ein hohes Risiko ist das Autorenteam von Ted Lasso eingegangen, als sie Nathan Shelley in der zweiten Staffel einem Persönlichkeitswechsel unterzogen haben. Aus dem sympathischen „Good Guy“ wurde nun der ehrgeizige Chefcoach von West Ham. Diese Entwicklung mag zwar kritisch gesehen worden sein, sie ist aber bitter notwendig. Denn endlich erhält Ted einen ebenbürtigen Gegenspieler, zu dem sowohl er als auch das Team eine persönliche Bindung haben. Dass diese Beziehung nicht nach dem klassischen Gut-Böse-Schema verläuft, wird schon früh deutlich. Hier wird sich zeigen, wie Showrunner Bill Lawrence diese emotionale Ambivalenz ausspielen wird.
Und auch das Liebes- und Privatleben von Everybody’s Darling Ted Lasso wird anscheinend auch diesmal eine große Rolle einnehmen. Während in den ersten beiden Staffeln die komplizierte Beziehung zu seiner (Noch-)Ehefrau Michelle präsent war, scheint man hier einen neuen Weg einzuschlagen. Gepaart mit der immer wieder präsenten Thematik um Teds psychische Verfassung könnte es hier einige intensive Momente geben. Nach vier Folgen besteht auf jeden Fall die Möglichkeit, dass wir hier einen sehr reflektierten Ted Lasso erleben werden.
Unser vorläufiges Fazit zu Ted Lasso – Staffel 3
Nach vier Folgen lässt sich natürlich nur eine erste Tendenz in Bezug auf die kommenden Folgen geben. Die ist allerdings sehr gut. Dem Drehbuchteam um Bill Lawrence und Jason Sudeikis ist es gelungen, bestehende Figuren zu vertiefen, sowie mit Neuzugängen im Cast für neues Storypotential zu sorgen. Kleine Abzüge gibt es noch für das etwas langsame Tempo der Handlung, welches jedoch spätestens mit Folge 4 endlich wieder anzieht. Wenn der hier eingeschlagene Weg konsequent zu Ende gedacht wird, könnte auch die dritte Staffel von Ted Lasso wieder zu einem der Serienhighlights des Jahres werden.
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Léo wollte eigentlich Theaterschauspieler werden, nun ist der Medienkulturwissenschaftler freier Journalist, Social Media Manager und Redakteur. Seine Liebe für die Bretter, die die Welt bedeuten, zeigt sich allerdings immer wieder in seiner Filmvorliebe für Kammerspiele. Diese dürfen gern international, etwas cheesy und gut geschrieben sein, doch eigentlich ist Léo genretechnisch dann doch vielfältig. Immer wieder von A24-Produktionen begeistert und dennoch mit dem Gespür für deutsche Fernsehfilme der 60er-Jahre podcastet und schreibt sich Léo seit Dezember 2021 durch die Redaktion von "Filmtoast", außerdem betreibt er mit seinem Redaktionskollegen Kenan den Popkultur-Podcast "Bleibende Schäden". Immer auf der Suche nach neuen Blockbustern und kleinen Genreperlen, die vielleicht irgendwann mal den Status seiner Lieblingsfilme "Fight Club" und "Whiplash" erreichen können.

