Cameron Diaz hat sich über ein Jahrzehnt lang rar gemacht, um dann mit Back in Action ein eher durchwachsenes Comeback im Schauspiel zu feiern. Gelingt mit Outcome bei Apple TV nun Wiedergutmachung?
Darum geht’s in Outcome
Reef Hawk (Keanu Reeves), ein beliebter Hollywood-Star, muss in sein Innerstes eintauchen, nachdem er mit einem mysteriösen Video erpresst wurde, das sein Image sicher zerstören und seine Karriere beenden wird. Mit der Unterstützung seiner lebenslangen Besties Kyle (Cameron Diaz) und Xander (Matt Bomer) sowie seines Krisenanwalts Ira (Jonah Hill) begibt sich Reef auf eine seelensuchende Reise, um jedem Wiedergutmachung zu leisten, dem er möglicherweise Unrecht getan haben könnte, in der Hoffnung, den Erpresser zu identifizieren.
Mal wieder ein guter Apple TV-Film?
Nicht nur hat der iPhone-Konzern seine Streaming-Strategie in Hinblick auf den Film-Output selbst zuletzt geändert, auch war die durchschnittliche Güte der Projekte doch im Vergleich zu den Serien nicht den Premiumansprüchen des Unternehmens gerecht geworden. 2025 war man mit The Gorge, Fountain of Youth, Echo Valley, Highest 2 Lowest, All of You, dem zweiten Family Plan und The Lost Bus doch alles in allem zwar solide aber irgendwie auch fernab von Buzz oder qualitativem Ausrufezeichen unterwegs. Nun aber hat man zu Jahresbeginn eine Reihe von Filmprojekten für die diesjährige Saison in Aussicht gestellt, die zwar auch allesamt in die typische Streaming-Content-Nische abzielen, dabei aber doch qualitativ mit viel Starpower punkten sollen. Den Aufschlag macht dabei – verhältnismäßig spät Anfang April – nun mit Outcome eine schwarze Komödie, die uns vor allem mit Cameron Diaz neugierig machen soll, aber auch sonst sehr hochwertig besetzt ist.
Keanu Reeves in seiner Post(?)-John-Wick-Ära
Es ist schon spannend zu beobachten, welchen Weg zu einer abermaligen Neuerfindung seines Images Keanu Reeves nach dem vierten John Wick-Teil einschlägt. Nachdem er schon in Good Fortune extrem mit Anspielungen an seine vermeintlich echte Persona changierte, geht er nun in Outcome den nächsten (logischen?) Schritt und spielt einen gefeierten Megastar, der in eine Abwärtsspirale gezogen wird – die Meta-Ebene könnte hierbei kaum offensiver übergestülpt werden. Nur wenn man analog zu Nicolas Cage in Massive Talent oder John Malkovich in Being Malkovich seinen Charakter auch direkt „Keanu“ genannt hätte, wäre das Ganze noch offenkundiger als Meta-Dramedy markiert worden. (Na gut, Reef ist als Vorname schon ziemlich nah dran).
Doch wie schon in Good Fortune spielt Reeves erneut fast unangenehm lakonisch. Wäre es nicht er, man würde ihm Arbeitsverweigerung unterstellen. Aber es ist nun mal f***ing Keanu Reeves – und wenn der so spielt, ist das irgendwie genial, genau das, was seine Fans heute an dem Publikumsliebling so lieben.
Der schmale Grat zwischen Message …
So begibt sich eine alternative Version des Matrix-Stars hier auf einen fast kapitalartigen Trip, auf dem er Personen trifft, bei denen er sich auf der einen Ebene entschuldigt, um seine Karriere zu retten, auf der anderen Ebene spielen aber auch diese Gaststars zum Teil verfremdete Versionen ihrer Darstellenden, unter anderem eben erneut in einer Apple TV-Produktion Martin Scorsese.
Es reiht sich in dieser dialoglastigen Dramedy eine Gesprächssituation an die nächste, wobei man immer wieder das Gefühl hat, dass hier bedeutungsschwangere Momente kreiert werden sollen, die bei genauerem Hinhören oder Betrachten eigentlich ziemlich wahllose Kalenderspruch-Aneinanderreihungen sind. Vieles wirkt zu gewollt, gleichzeitig nicht bissig genug, um als Satire zu glänzen.
… und Gelaber
Jonah Hill wirkt als Regisseur und Autor hier etwas ziellos: Geht es um eine Medienkritik oder eine Abrechnung mit dem Thema Stardome? Zudem muss man schon ziemlich tief im aktuellen Mediengeschehen drin sein, um die Anspielungen und Winks zu verstehen. Hier macht Kollege Seth Rogen mit The Studio auf allen Ebenen einen besseren Job: zugänglicher, ehrlicher, vor allem aber lustiger.
Und dann kommt noch dazu, dass sich der Mann hinter der Kamera auf eine Art und Weise noch vor die Kamera drängen muss, von der man auch bis zum Ende nicht wirklich weiß, was Jonah Hill mit dieser Rolle eigentlich abbilden will. Der Kontrast zwischen diesem hemmungslosen Überzeichnen als Klischee-Figur und dem Nicht-Spiel von Reeves ist der Produktion alles andere als zuträglich. Da tut einem dann eine Cameron Diaz fast leid, die sich hier tatsächlich wieder auch darstellerisch hervortun kann, nachdem man in Back in Action lediglich auf ihr Schrillsein von früher aufzubauen versucht hat.
© Apple TV
Unser Fazit zu Outcome
Für eine Komödie kann man zu wenig lachen. Um als Seelen-Striptease auf der Meta-Ebene zu funktionieren, ist Outcome wiederum zu ziellos und handzahm. Und so dümpeln selbst diese sehr kompakten 80 Minuten vor sich hin, gehen hier rein und da wieder raus. Leider ist die schwarze Komödie von Apple TV sowohl ein erneuter Dämpfer im Film-Segment des Streamingdienstes und in Anbetracht der beteiligten Stars eine mehr als geringfügige Enttäuschung. Vielleicht gibt es da draußen neben Jonah Hill noch Menschen, die mit dieser seltsamen Tonalität etwas anzufangen wissen, ich für meinen Teil gehöre definitiv nicht zu dieser vermeintlich "elitären" Zielgruppe.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.
