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Paranormale Horrorfilme – Die Schocktober-Tipps aus der Redaktion

Nachdem wir in den vergangenen zwei Wochen Zombiefilme und Vampirfilme behandelt haben, sind nun paranormale Horrorfilme an der Reihe! Im Folgenden erfahrt ihr, für welche Horrorstreifen sich unsere Redaktion in diesem Genre begeistern kann.

Paranormale Horrorfilme – Die Schocktober-Tipps aus der Redaktion. © Filmtoast
Paranormale Horrorfilme – Die Schocktober-Tipps aus der Redaktion. © Filmtoast

Paranormale Horrorfilme – Die Schocktober-Tipps aus der Redaktion! 👻😱

Seitdem The Conjuring – Die Heimsuchung im Jahr 2013 paranormale Horrorfilme wieder salonfähig gemacht hat, sind diese aus der heutigen Horrorfilm-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Neben den vielen lahmen Aufgüssen und unzähligen Fortsetzungen findet man aber nicht nur heute noch, sondern auch in der Vergangenheit eine Fülle an Streifen, bei denen sich für Genrefans eine Sichtung unbedingt empfiehlt. In unserer dritten Schocktober Woche wollen wir uns nun diesem Genre und seinen Perlen widmen, die euch unsere Redaktion hier im Form ihrer persönlichen Favoriten und Empfehlungen zusammengetragen hat!

Andreas hat sich in Der Fluch des Dämonen mit einer satanischen Sekte verschworen

“Huch, ein alter Schinken von 1957 in einer aktuellen Hitlist zu Halloween? Aber hallo! Der Fluch des Dämonen ist ein echter Klassiker des Old-School-Gruselfilms, vielleicht sogar der Beste. Jacques Tourneur hat schon 15 Jahre zuvor mit Katzenmenschen und Ich folgte einem Zombie Meilensteine des Genres geschaffen. Doch Der Fluch des Dämonen sollte diese Erfolge zumindest stilistisch noch toppen. Auch wenn er letztlich weniger erfolgreich war und heute zu Unrecht fast vergessen ist. In extrem atmosphärischen Schwarz-Weiß-Bildern lässt Tourneur die Bedrohung durch den Dämon und damit die Spannung sich allmählich steigern. Der amerikanische Wissenschaftler John Holden (Dana Andrews) will in England dem Tod eines Parapsychologen nachgehen und stellt Nachforschungen über den Anführer einer satanistischen Sekte an.

Dieser belegt ihn mit einem Fluch, mit der Folge, dass auch Holden von dem Dämon verfolgt wird. Da Holden als Skeptiker immer versucht, die Rätsel rationalistisch zu erklären, fragt man sich auch als Zuschauer öfter, ob das Übersinnliche nicht doch bloß Fake ist. Ein paar Kleinigkeiten an dem Film wirken in die Jahre gekommen, auch die Tricktechnik, die nur am Anfang und am Ende zum Tragen kommt, ist für die Zeit zwar herausragend, für heutige Sehgewohnheiten indes arg puppenhaft. Dennoch versteht es der sorgsam ausgeleuchtete Streifen immer noch, zu fesseln und Genre-Freunden wahren Horror zu bereiten.”

Nach einem Mordfall ist der Aufruhr in der kleinen, ländlichen Siedlung groß und vor der regenverhangenen Kulisse arbeitet ein Polizeiaufgebot an dem Fall.
In The Wailing – Die Besessenen ist ein ruhiges, ländliches Dorf zum Ort des Schreckens geworden. © Alamode Film

Samuel geht einem paranormalen Mordfall in The Wailing – Die Besessenen auf die Spur

“Ein Dorf, in dem dutzende Einwohner durch eine mysteriöse Krankheit das Zeitliche segnen, ein geheimnisvoller Fremder und ein verzweifelter Polizist. Das ist das Grundgerüst, auf dem der südkoreanische Regisseur Na Hong-Jin seinen paranormalen Mystery-Thriller aufbaut. Während viele Horrorfilme beim Übernatürlichen zu sehr ins Unglaubwürdige abrutschen, bleibt The Wailing – Die Besessenen stets am Boden. Es ist im Prinzip ein klassischer Kriminal-Thriller, der das Paranormale vor allem zur Untermalung der unheimlichen Stimmung nutzt, anstatt wie wild auf Jump Scares zu setzen. Dadurch ergibt sich weder ein gewöhnlicher Krimi, noch ein gewöhnlicher Horrorfilm. Der Streifen wird erst durch diese Mischung zu etwas wirklich Besonderem. Die Unvorhersehbarkeit, die Spannung bis zur letzten Sekunde und das Ende, dass dem Zuschauer den Atem raubt, machen The Wailing – Die Besessenen zu einem absoluten Highlight in dem Genre.”

Für Onno zieht Poltergeist in die Hall of Fame der paranormalen Horrorfilme ein

“Wenn Kinder zu viel TV schauen, bekommen sie viereckige Augen. So hieß es jedenfalls immer. Oder sie kommunizieren halt mit einer anderen Welt, wie im Fall von Poltergeist. Der von Steven Spielberg produzierte und maßgeblich beeinflusste Horror-Klassiker wurde von Horror-Veteran Tobe Hooper (Blutgericht in Texas) inszeniert und hat mit allerlei Schauergeschichten während der und nach den Dreharbeiten auf sich aufmerksam gemacht. Diese sind auch weitaus gruseliger, als der eigentliche Film, der mit seiner Poltergeist-Thematik bekannte Muster heutiger paranormaler Horrorfilme wie Conjuring und Paranormal Activity verfolgt, mit seinen fantasievollen und beeindruckenden Effekten aber ganz eigene Unterhaltungswerte beinhaltet. Der Spuk ist oberflächlich und heute kaum noch gruselig, doch die Atmosphäre und gezeigten Bilder überzeugen dagegen immer noch und versprühen einen ganz eigenen Charme. So hat es sich Poltergeist zurecht in der Hall of Fame der paranormalen Horrorfilme gemütlich gemacht.”

Miri fürchtet sich in Lights Out vor der Dunkelheit

“Wer kennt sie nicht, diese Urangst, die uns fragen lässt, was da im Schatten in der Dunkelheit lauern könnte, wenn wir des nachts noch unterwegs sind? „Manchmal ist das Schwerste überhaupt, sich einfach seinen Ängsten zu stellen.“ Das ist der Satz, den der kleine Martin (Gabriel Bateman) zu seiner Mutter (Maria Bello) sagt, bevor das Licht ausgeht und sich in der Dunkelheit die Silhouette einer unheimlich schauerlichen Kreatur aufbaut. Geht das Licht jedoch wieder an, ist das Wesen verschwunden. In Lights Out wird grandios mit der menschlichen Urangst gespielt, die durch Jump Scares und richtig gesetzte Schockeffekte befeuert wird, sodass man unter einer permanenten Spannung steht. Der schwedische Regisseur David F. Sandberg (Polaroid), der bereits den gleichnamigen Kurzfilm drehte, erschuf für mich mit Lights Out einen brillanten Horrorschocker, der alles beinhaltet, was einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, inklusive permanenter Gänsehaut.”

 

Luke (Rafe Spall) sietzt mit hoffnungslosem Blick an eine Wand gestützt in einem finsteren Raum.
Luke (Rafe Spall) hat in The Ritual alle Hoffnung verloren. © Netflix

Benny verläuft sich in The Ritual in einem finsteren Wald

“Die vier langjährigen Freunde Luke, Hutch, Phil und Dom treffen sich ihrem verstorbenen Freund zu Ehren zum Abenteuerurlaub in den Wäldern Skandinaviens. Wie es kommen muss, verlaufen sich die Jungs in den tiefen Wäldern und begegnen nach und nach immer häufiger unerklärlichen Dingen. The Ritual entpuppt sich schnell als wirklich fieser Psychotrip, der mit einer extrem dichten und unbehaglichen Atmosphäre daherkommt. In der zweiten Hälfte schlägt der Film dann jedoch eine ganz andere Richtung ein. Wer sich damit anfreunden kann, wird ganz auf seine Kosten kommen. Wer sich daran stört, wird dennoch einen mindestens guten Mystery-Horror zu sehen bekommen. Allein aufgrund der mitreißenden ersten Hälfte lohnt sich der Blick in The Ritual. Allen Netflix-Nutzern und Horror-Jüngern sei dieser Trip in den Wald also wärmstens empfohlen!”

Marc hat von The Grudge – Der Fluch ein wahres Trauma

“Wer Filme wie Ring liebt, dem sollte auch The Grudge – Der Fluch ein Begriff sein. Original-Puristen sollten jetzt lieber nicht weiterlesen, denn ich für meinen Teil kann den amerikanischen Remakes einen Funken mehr abgewinnen, als den japanischen Originalen. Aber auch diese Puristen sollten bei The Grudge – Der Fluch auf ihre Kosten kommen, da der Regisseur des Originals auch hier wieder auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Auch wenn der Streifen mittlerweile schon ganze 15 Jahre auf dem Buckel hat, so hat er für mich kaum etwas von seiner furchteinflößenden und verstörenden Wirkung verloren. Viele Szenen, vor allem die auf dem Dachboden oder unter der Bettdecke, verfolgen mich immer noch. Doch am meisten hat mich das extrem schaurige, erstickende Atmen der Verfluchten in den Bann gezogen, bei dem sich mir immer noch sämtliche Nackenhaare aufstellen. The Grudge – Der Fluch ist Horror pur.”

Peter Graham (Alex Wolff) schaut nach einem verhängnisvollen Unfall schockiert und innerlich aufgewühlt drein.
Peter Graham (Alex Wolff) schaut schockiert und innerlich aufgewühlt drein in Hereditary – Das Vermächtnis. © Splendid Film

Jonas zählt Hereditary zu den besten Horrorfilmen aller Zeiten

“Mit Hereditary hat Regisseur Ari Aster (Midsommar) einen Horrorfilm der ganz besonderen Sorte geschaffen. Und das, obwohl es sein erster Langfilm überhaupt war! Der Film überzeugt einfach mit einer ganz eigenen Mischung aus bizarrem, paranormalen Horror und einer sehr bedrückenden Stimmung, die gerade wegen des so alltäglichen Settings unter die Haut geht. Einige mögen den Film vielleicht in Teilen lächerlich finden, doch wenn man sich komplett auf diese Achterbahnfahrt einlässt, dann lassen einen die teils unfassbar unheimlichem Momente nicht kalt. Das Ganze gipfelt in einem Finale, das paranormaler kaum sein könnte, und verleiht Hereditary eine Schlussnote, die auf jeden Fall dafür sorgen wird, dass der Film im Gedächtnis bleibt! Nimmt man hierzu noch die atemberaubende schauspielerische Leistung des gesamten Casts, und ganz besonders Toni Colette, die aus unerfindlichen Gründen nicht einmal für einen Oscar nominiert wurde, hat man mindestens ein atemberaubendes Erlebnis, für mich sogar einen der besten Horrorfilme aller Zeiten.”

Für Stefan ist Suspiria von 1977 ein absolutes Must-See!

“Dario Argento entführt einen in die Welt der Mythen, Sagen, Legenden und besonders der Märchen. Allerdings sind diese Elemente so eng mit der Realität verbunden, dass kaum noch eine Unterscheidung möglich ist. Suspiria ist ein wunderschöner und zugleich aggressiver Alptraum in Form eines Schauermärchens, für welches man starke Nerven benötigt. Besonders der Score von Goblin bleibt nachhaltig im Gedächtnis und spannt einen bis an die Grenze des Aushaltbaren. Neben der einzigartigen Lichtsetzung und der beeindruckenden Dekoration, die auch heute noch Inspiration für zahlreiche Filmschaffende liefert, ist es vor allem Argentos Inszenierung, die einem immer wieder einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Von der ersten Szene an, macht er seine Kompromisslosigkeit deutlich und bereitet damit das Publikum auf einen der originellsten und künstlerisch interessantesten Horrorfilme aller Zeiten vor. Für alle, die einem solchen Stoff und einer solchen Gestaltung etwas abgewinnen können, ein absolutes Must-See!”

Die blutbefleckte Anne (Barbara Crampton) hält ängstliche mehrere Messer vor sich.
Anne (Barbara Crampton) in We Are Still Here. © Tiberius Film

Tobi hat sich für den atmosphärischen und harten Haunted-House-Streifen We Are Still Here entschieden

“Es gibt kaum ein Subgenre des Horrorfilms, welches mich weniger interessiert als jenes der verfluchten Häuser und paranormalen Aktivitäten. Vor allem dann, wenn die (Neu-)Aufgüsse rund um Puppen, Lipstick-Face Demon oder Nonnen gefühlt im Sekundentakt auf das Publikum einprasseln. Wenn sich das Publikum nur wegen des möglichst lautem Effektgewitter und der Jumpscares erschrecken soll, wirkt das in dieser eintönigen Dauerschleife eher ermüdend. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen Spannungsaufbau und Atmosphäre für unwohligen Grusel gesorgt haben. Umso erfreulicher, dass mit We Are Still Here ein herrlich altmodischer Vertreter des Haunted-House-Genres auf den geneigten Interessenten wartet. Dabei lullt er den Zuschauer mit ebensolcher Nostalgie ein. Das spukende Haus scheint stilistisch gänzlich aus der Zeit gefallen und technischen Fortschritt muss man mit der Lupe suchen – erfolglos. Ganz in diesem Stil gehalten sind auch die Protagonisten, denn hier folgt man einem älteren Ehepaar. Das Tempo des Films entpuppt sich folglich auch als äußerst gemächlich. Inhaltlich orientiert man sich unübersehbar an Fulcis Haus an der Friedhofsmauer. Dabei übernimmt We Are Still Here ebenso bereitwillig dessen logische Ungereimtheiten sowie die zeigefreudigen Gewalteruptionen.”

Patrick hat Der Exorzist den Kopf verdreht

“Selten gibt es Filme, die technisch, inszenatorisch und schauspielerisch nahezu unangreifbar sind. Verbunden mit einer interessanten Geschichte und einem intelligenten Drehbuch entstehen damit dann Klassiker der Filmgeschichte. Im Subgenre des Exorzismusfilms gibt es wohl nur einen Film, auf den diese Qualitätskriterien passen: William Friedkins Der Exorzist aus dem Jahr 1973. Auch fast 50 Jahre nach Release kann die Geschichte rund um die von einem Dämon besessene Regan Teresa MacNeil begeistern und hat in den Folgejahren unzählige weitere Filme im Genre inspiriert. Selbstredend sollte man bei Der Exorzist kein Jump-Scare-Festival erwarten. Vielmehr überzeugt er mit einer stets bedrohlichen Stimmung, die durch einen fantastischen Score untermauert wird. Dieser wird angeführt von einem unsterblichen Theme, welches jeder Horrorfan sicher schon mal als Ohrwurm genießen durfte.”

So! Genug gegruselt. Oder doch nicht? Es gibt haufenweise paranormale Horrorfilme da draußen, und hier blieben gewiss viele tolle Genre-Perlen unerwähnt. Was sind eure Lieblingsstreifen in dem Genre? Welche haben euch so richtig verstören können? Schreibt es uns in die Kommentare! Und wenn ihr einfach immer noch nicht genug von Horrorfilmen kriegen könnt, dann findet ihr in unserer Genre-Übersicht weitere Anregungen für einen gruseligen Filmabend. Abschließend wünscht euch die Filmtoast Redaktion noch einen schrecklichen und grauenhaften Schocktober! 👻

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FilmFreund

Ein Tag ohne einen Film ist wie ein Sommer ohne Sonne. :)
Filme sind für mich mehr als nur einfacher Eskapismus oder psychedelischer Zeitvertreib; Was jetzt nicht bedeuten soll, dass ich mich mit der Möglichkeit via Filmen andere Leben zu (er)leben nicht auch gerne mitunter vordergründig hingebe.
Ich bin offen für jedes einzelne Genre und lasse mich eigentlich gerne positiv überraschen, greife aber eher zum hundertelfzigsten mal zu einem bekannten Film, statt mich sofort ins "Neuland" zu stürzen.
Mit FilmToast habe ich eine tolle Plattform gefunden, meine Gedanken ansprechend niederzuschreiben und ich freue mich stets über regen Austausch unter Gleichgesinnten, aber ebenso unter Ungleichgesinnten.
Und jedem, der so weit gelesen hat, wünsche ich noch einen tollen Tag.
(^-^)/

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